Ausstellungen 2013

Übersicht

 

Jahresrückblick XIII

Holzschnitte, Lithographien, Monotypien, Prägedrucke und Radierungen

von Michael Augustinski, Egon Bresien, Elli Graetz, Eberhard Hartwig,

Ralf Hentrich, Andreas Kramer, Christine Perthen und Rahel Mucke

30. November 2013 – 14. Januar 2014

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Zum 65. Geburtstag

Radierungen / Graphik aus Berliner Sammlungen

von Christine Perthen (* 21.07.1948 – † 30.12.2004)

19. Oktober – 26. November 2013

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Centro Internazionale della Grafica di Venezia

+

Andreas Kramer

das Nachtbuchprojekt + Farbholzschnitte

16. August – 24. September 2013

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75. Ausstellung

Notizen zu Lidl

Radierungen, Holzdrucke und Monotypien

von Eberhard Hartwig

13. April – 18. Juni 2013

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Radierungen

von Michael Augustinski und Egon Bresien

16. Februar – 19. März 2013

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Jahresrückblick XIII

 

 

Holzschnitte, Lithographien, Monotypien, Prägedrucke und Radierungen

von Michael Augustinski, Egon Bresien, Elli Graetz, Eberhard Hartwig,

Ralf Hentrich, Andreas Kramer, Christine Perthen und Rahel Mucke

 

 

Jahresrückblick XIII

30. November 2013 – 14. Januar 2014

Damit werden im Druckgraphik-Atelier zum dreizehnten Mal druckgraphische Arbeiten von diesmal acht KünstlerInnen nebeneinandergestellt, welche mit ihren Intentionen sowie ihrer Arbeitsweise verschiedene – aber verwandte – Positionen vertreten.

Dabei stehen stark abstrahierende Auffassungen in spannungsreichem Kontrast zu gegenständlich-figurativen Formulierungen. So finden sich unter anderem landschaftliche Motive, Akte, Köpfe, märchenhaftes und minimalistisch serielle Variationen über das spielerische Zueinander zeichenhafter Elementarformen.

Es entsteht eine klangvolle Korrespondenz zwischen den einzelnen Werken sowie auch der Werkstatt-Atmosphäre mit den Druckmaschinen und Werkzeugen. Zu sehen sind schwarz-weiße sowie mehrfarbige Arbeiten in sensiblen Abstufungen, die Formate reichen von 6,5 x 6,8 cm bis ca. 80 x 60 cm und können eventuell auf Wunsch bei Erwerb auch gleich mit oder ohne Rahmen mitgenommen werden.

 

Zur Vernissage am Sonnabend, dem 30.11..2013, 17-22 Uhr, waren fast alle Künstler anwesend. Es musizierte Remus Dura Dragos, Akkordeon, freie Improvisationen.

 

Year in Review XIII

Woodcuts , lithographs, monotypes, embossed prints and etchings

by Michael Augustinski , Egon Bresien , Elli Graetz , Eberhard Hartwig, Ralf Hentrich, Andreas Kramer, Christine Perthen and Rahel Mucke

30th November 2013 – 14 January 2014

 

To be in the printmaking studio for the thirteenth time eight artists are juxtaposed, which with their intentions and the way they work different – represented positions – but related .

Here are very abstract concepts in exciting contrast to representational -figurative formulations. Thus, this issue also includes landscape motifs, nudes, heads, fairytale and minimalist serial variations on the playful Mutually emblematic elementary forms .

The result is a sonorous correspondence between the individual works as well as the workshop atmosphere with the printing machines and tools. On display are black and white and multicolor work in sensitive gradations formats range from 6.5 x 6.8 cm to about 80 x 60 cm and may be able to request for acquisition also same with or without frames are taken .

At the opening reception on Saturday, 30.11 .. 2013, 17-22 clock, nearly all artists were present. It has played Remus Dura Dragos, accordion, free improvisations.

Eberhard Hartwig, HENTR IV, 10/2013, 2-Farbplatten-Aquatinta + Strichätzung, 7,4 x 21,8 cm, UnikatMichael Augustinski, Nocturne, 2011, Aquatintaradierung, 14,5 x 18,6 cmMichael Augustinski, Caroline, 2004, Heliogravure, 19,2 x 11 cmAndreas Kramer, bethanische symmetrien 7, 2009, 35 x 35 cmRahel Mucke, Schichtungen in Rot, 2013, Materialdruck und Aquarell, 50,5 x 36,5 cmEgon Bresien, Dampfer, 1997, Aquatinta, 30 x 24 cmRalf Hentrich, jeweils o.T., 2013, Kaltnadel, unteres Bild mit Aquatinta, 10 x 49 cmElli Graetz, Große Figur, 2011, Holzdruck, 100 x 25 cmBei der BegrüßungRemus D. Dragos spielt AkkordeonA. Kramer, R. Hentrich und E. GraetzAusstellungsbesucher und Gespräche

 


 

Zum 65. Geburtstag

 

 

Radierungen / Graphik aus Berliner Sammlungen

von Christine Perthen (* 21.07.1948 – † 30.12.2004)

19. Oktober – 26. November 2013

 

 

Am 21. Juli diesen Jahres wäre die Berliner Graphikerin, Zeichnerin, Schriftstellerin und Hochschulprofessorin Christine Perthen 65 Jahre alt geworden. Mit dieser Ausstellung in ihren ehemaligen Atelierräumen – in der Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3 – präsentieren wir aus diesem Anlaß Arbeiten aus ihrem druckgraphischen Werk.

1948 im sächsischen Pirna geboren, wächst Ch. Perthen auf zwischen steinernem Barock und heroischer Natur, studiert ab 1972 Modegestaltung an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee bei Werner Klemke und Arno Mohr. 1976 wird sie Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR. Von 1977 bis zu ihrem Tod hat Christine Perthen einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Zeichnung und Druckgraphik sind ihre zwei künstlerischen Hauptschaffensgruppen, bekannt sind aber auch ihre Bühnenbilder und Kostüme für das „theater im palais“ Berlin.

„Christine Perthen wird mit ihren Graphiken relativ schnell bekannt und anerkannt. … Diese Graphiken haben nichts Gefälliges, sind nicht vordergründig artifiziell. … Nachdenklichkeit und Intellekt sind beim Betrachter gefragt.“

Ihr Ausdrucksstil „lebt von der Linie und der Schraffur, Bildebenen und verschiedene Formen sind miteinander verwoben, in sich durch unterschiedliche Blickwinkel verschränkt. Es ist eine Kunst voller Intensität und Expressivität, manchmal in Elementen simultan und surreal, eine Kunst spröde in der Form, die den Prozess ihrer Entstehung nicht verleugnet. Natur und Mensch bleiben in der Zeichnung, wie in der Graphik immer Bildvorwurf. Ihr Menschenbild ist von betonter Körperhaftigkeit. Hier haben ihre Vorbilder, oder wie die Künstlerin sagt „Wahlverwandten“ Michelangelo oder Giacometti wohl am prägendsten gewirkt.“ Volkhard Böhm, 2008

 

Zur Eröffnung am Sonnabend, 19. Oktober 2013, sprach Ingeborg Ruthe, freie Kulturredakteurin bei der Berliner Zeitung, die Laudatio.

Perthen, Christine, zu Psalm 139,13, Denn du hast meine Nieren bereitet, Radierung, 1994, 45 x 29,5 cmIngeborg Ruthe bei Laudatio und GästeIngeborg Ruthe, LaudatioI. Ruthe bei Laudatio und GästeI. Ruthe bei Laudatio inmitten von GästenGespräche vor Arbeiten von Ch. PerthenRadierungen von Ch. PerthenOffsetandrucke und Radierungen von Ch. PerthenCh. Perthen, Sitzendes Paar, 1993, Aquatinta und Strichätzung, 12 x 15,7 cm, VD

 

 

Christine Perthen – Texte

gelesen von Alexander Bandilla

am Donnerstag, 21. November 2013, 20 Uhr

„Notizen zur Arbeit: 5. 6. 1983 … Die Welt ist voll von Gesetzen, von Ver¬boten, von Geboten; aber auch noch die Bereiche regle¬mentieren zu wollen, die nicht notwendigerweise mit Gesetzen belegt werden müssen, ist Wahnsinn. …“        Ch. Perthen      (Aus dem Text für das Faltblatt zur Ausstellung im                                                                   Kultur-und Informationszentrum der DDR in Paris, 1985 / Aus: Christine Perthen – Zeichnungen, Galerie a, 1989)

„Ich, meine Generation, wir beklagen doch immer unsere Orientierungslosigkeit, den Verlust von Geschichte und Herkunft; doch hier“ – in der Dietrich-Bonhoeffer-Str. – „habe ich das Gefühl, dass mir ein Geschichtsfaden – obgleich nur dünn wie Zwirn und für andere kaum wahrnehmbar – durch das steinerne Labyrinth dieses Stadtbezirks entgegenkriecht.“                               Ch. Perthen     (Aus: Christine Perthen – Papierliebe, Hinstorff Verlag, 1987)

Christine Perthen, als Graphikerin, Zeichnerin, Bühnen- und Kostümbildnerin und Hochschulprofessorin bekannt, unterwarf auch ihre Texte einem hohen ästhetischen wie moralischen Anspruch. Mit dieser Lesung im Rahmen der Ausstellung in ihren ehemaligen Atelierräumen – in der Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3 – ehren wir sie aus diesem Anlaß.

 

Christine Perthen, Pietà I, 1980, Strichätzung, 26,5 x 35,6 cmAlexander Bandilla liest Texte von Ch. PerthenA. Bandilla erläutert Textauswahl

Christine Perthen, Pietà I, 1980, Strichätzung, 26,5 x 35,6 cm


 

Centro Internazionale della Grafica di Venezia + Andreas Kramer

Centro Internazionale della Grafica di Venezia

+

Andreas Kramer

16. August – 24. September 2013

das Nachtbuchprojekt + Farbholzschnitte

 

76. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers

 

 

DAS NACHTBUCH

Centro Internazionale della Grafica di Venezia, Kurator: Andreas Kramer

 

Jeder hat seine eigene Vorstellung von der Nacht. Jeder hat seine Geschichten zu Erzählen oder zu Vergessen.

Nächte sind dunkel oder weiß, langweilig oder aufregend, kalt oder heiß.

Man schläft n der Nacht, man leidet, man geniest, man liebt, man denkt, man schnarcht, man träumt, man schafft oder schafft sich.

Die einen denken zurück an die beste, die schlechteste Nacht, die andern denken an die Summe aller Nächte und wieder andere sind im Kopf schon bei der magischen Nacht die da noch kommt oder kommen könnte.

 

Das “Nachtbuch” ist ein Gemeinschaftsprojekt von 110 Künstlern aus 8 Ländern, vorwiegend aus Italien und Deutschland darüber hinaus aber auch aus Frankreich, Spanien, Südamerika, Japan, USA und Bangladesh in Zusammenarbeit mit dem Centro Internazionale della Grafica in Venedig. Kurator des Projekts ist der Berliner Künstler Andreas Kramer. Das Nachtbuch ist ein Künstlerbuch in Form eines „Leporellos“ (Faltbuch). Jeder Künstler ist mit drei Seiten in einer graphischen Technik zum Thema „Die Nacht“ am Projekt beteiligt. Das Spektrum der Techniken reicht von der Radierung über die Lithographie, den Holzschnitt, der Typographie, dem Druck mit einer Blindenschriftmaschine bis hin zur Cyanographie. Eine Einzelseite hat das Format 20 x 20 cm. Das gesamte Buch kommt im aufgeklappten Zustand auf die die beeindruckende Länge von 67 Meter. Das Buch wurde gedruckt auf Fabriano Rosaspina 220 gr. Die Auflage des Buches beträgt 3 gebundene Exemplare. Ein Exemplar des Nachtbuches wurde 2013 in die Sammlung des Museo dell´Arte Moderna „Ca Pesaro“ in Venedig aufgenommen.

Das erste Mal wurde das Buch im Oktober 2010 in der Galleria Venezia Viva in Venedig vorgestellt. Dem folgten 2010 und 2011 weitere Ausstellungen unter anderem in der Druckwerkstatt des Künstlerhaus Bethanien in Berlin, in der Biblioteca von Reggio Emilia, auf der Leipziger Buchmesse 2011, im Castello San Vito in San Vito al Tagliamento und 2012 in der Galerie Fünf Sinne in Halle und in der Fundacion CIEC in Betanzos, Spanien sowie 2013 in Buffalo und Washington in den USA.

Beteiligte KünstlerInnen: Gudrun ABDIN, Rosita AGUIRRE MOREY, Debora ANTONELLO, Anne ARC, Luisa ASTERITI, Burghard AUST, Alba BALESTRA, Patrizia BAMBINI, Marco BELLOTTO, Elias Garçia BENAVIDES, Milo BIANCA, Sergio BIGOLIN, Annalisa BONARRIGO, Ralf BORN, Adriana BORRELLO, Costanza BRAHN, Carsten BUSSE, Lucia CAPRIOGLIO, Antonio CARBONE, Noemí CARRAU, Piero CASARIN, Maria Teresa CAZZADORI, Serge CHAMCHINOV, Rosette CHONÈ, Isabella CIAFFI, Achille COSTI, Aida CROCETTA, Roberto DA CEVRAJA, Ana Maria DASKAL, Bruna DE AMBROGIO, Sissi DE MARTIN, Giuseppe DENTI, Annette C. DIESSLIN, Maria Rosa DISSERA, Eike EMSEL, Sabine FETTER, Timothy FRERICHS, Arpad FRITSCHE, Choni FUENTES, Alessandra GARDIN, Carsten GILLE, Gioia GIORIO, Gabriella GIURIATO, Luigi GOLIN, Stefano GRASSELLI, Frank HARTUNG, Eberhard HARTWIG, Renate HAUSBRANDT GRUBER, Bernd HENDL, Carla HORAT, Andreas HORNBOGEN, Junko HOSHINO, Ernst Ulrich JACOBI, Gitta KOHLS, Andreas KRAMER, Melanie KRAMER, Timm KREGEL, Gabi KROMER, Odine LANG, Lutz LEIBNER, Riccardo LICATA, Massimo LOMASTO, Veronica LONGO, Olga LUNOW, Christine MAHLER, Marie MALHERBE, Lalla MALVEZZI, Alix MANCHET, Rosanna MARCODOPPIDO, Monica MARTIN, Paolo MIATTO, Claudia MINOZZI, Maria Grazia MOSCA, Andrea MUTHIG, Giusi NALETTO, Andrea PAGNACCO, Giorgio PAPA, Giordano PERELLI, Vittoria PERSONENI QUADRIO, Margaretha PERTOLL BREITENBERGER, Jorg Ashley PETERSDORF, Susi PIAZZA, Willy PONTIN, Paola PUPILLO, Andrea QUENZEL, Wakilur RAHMAN, Rina RIVA, Thomas ROHRMANN, Steffen O. RUMPF, Fabio SANTIN, Micaela SARAIN, Paolo SCARPA, Patricia SEGNAN, Miriam SELVETTI, Carla SEMPREBON, Nicola SENE, Maria Grazia SERAFINI, Luigi SIMONETTA, Ulrich SIWIK, Laura STOR, Tiziana TALAMINI, Anna Maria TANI, Michèle TEYSSEYRE, Vanna VERDI, Marcela VILLARREAL, Carola WEYERS, Tom XYLANDER, Walterina ZANELLATI, Carlotta ZENNARO, Lucia ZENNATO.

 

Farbholzschnitte des Malers Andreas Kramer

Die wohl älteste Form, ein Bild zu vervielfältigen ist der Holzschnitt. Knapp formuliert: Ein Brett wird so geschnitten, dass die erhöht stehenbleibenden Teile, wie bei einem Stempel eingefärbt, auf ein Blatt Papier abgedruckt werden können. Wenn man jetzt einen farbigen Holzschnitt drucken will, muß man so viele Hölzer schneiden wie man Farben haben will. Dann müssen beim Drucken die verschiedenen Platten genau fixiert werden – ein kompliziertes technisches Unterfangen. Die asiatische Holzschnittkunst hat es da zu artistischen Leistungen gebracht. Kramer macht etwas ganz anderes.

Erstens will er nicht ein Bild beliebig oft vervielfältigen, sondern jeweils ein neues schaffen. Zweitens schneidet er zwar auch in Holzteile, druckt diese jedoch immer andersfarbig an andere Stellen auf das Bild.

So entstehen Reihen oder Zyklen von Bildern, die in ihrem Formenvokabular ähnlich sind, jedoch Blatt für Blatt eine Metamorphose von Farben und Formen durchschreiten. Das bevorzugte quadratische Format ist somit das Terrain für vom Bildmittelpunkt auf-gebaute Szenarien, welche eine wahrhaft magische Kraft in sich tragen. Der dreiteilige Aufbau suggeriert eine Verwandtschaft mit mittelalterlichen kleinen Tischaltären. Im Zentrum des Hauptgeschehens (der Heilige?), zu beiden Seiten das erzählende Umfeld. Expressiver Farbgestus, wechselt mit zart lyrischen Tableaus und meditativen Strukturen. Rituale scheinen abgeformt, reduzierte Körperlichkeit ins Verhältnis gesetzt. Zeichen und Signale bereichern die knappe Sprache.

Die Blätter erhalten keine einzelnen Titel (was Kramer in der Malerei sehr wohl tut). Wir haben es mit hochgradig abstrahierten Bildvorgängen zu tun, die ihre Wirkung aus der Wichtung von Form und Farbe erhalten. Und so steht ganz einfach „Composizione“ samt einer Nummer für den Titel. Kein literarischer Anschubser also für unsere Fantasie, der uns bei den Entschlüsselungen helfen kann. Fast könnte man die Holzschnitte als „Konkrete Bilder“ bezeichnen – jedoch fernab von jeder konstruktivistischen Kühle. Im Gegenteil.

Das Spielerische mit feinnervig geritzten Versatzstücken, die delikate Farbwahl und das malerische Vorgehen bei den hintereinander erfolgenden Druckvorgängen machen das Ungewöhnliche dieser Arbeiten aus.

Die sorgsam übereinandergeschichteten Farben, in ihrem lasierenden Spiel gemahnen an „alte“ Malerei (vom Gestus her), tragen somit eine Fülle von Informationen die gleichermaßen Seele und Geist anrühren und zu einem harmonischen Miteinander von Kunstwerk und Betrachter führen.                                                                                                                                                                                                             Jo Achim Wenke

 

Die Eröffnung war am Freitag, dem 16. August 2013.

 

Eberhard Hartwig                                        Andreas Kramer

Atelierleiter                                                 Maler/Graphiker

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Centro Internazionale della Grafica di Venezia

+

Andreas Kramer

the Night Book Project + color woodcuts

16 August – 24 September 2013

 

Everyone has their own idea of the night. Everyone has their stories to tell or to forget.

Nights are dark or white, dull or exciting, cold or hot.

One sleeps n the night, you suffer, you sneezed, you love, you think you’re snoring, you are dreaming, you create or creates.

Some think back to the best, the worst night that others think the sum of all nights, and still others are in the head because even come on at the magical night or could come.

The „night book“ is a joint project of 110 artists from 8 countries, mainly from Italy and Germany also but also from France, Spain, South America, Japan, USA and Bangladesh in collaboration with the Centro Internazionale della Grafica in Venice. Curator of the project is the Berlin-based artist Andreas Kramer. The night book is an artist’s book in the form of a „Leporello“. Every artist is involved with three pages in a graphical technique on topic „The Night“ on the project. The spectrum of techniques ranging from etching of the lithography, woodcuts, typography, printing a Braille machine to the Cyanographie. Every single page is in the format 20 x 20 cm. The entire book is in the unfolded state to the impressive length of 67 meters. The book was printed on Fabriano Rosaspina 220 gr. The edition of the book is 3 bound copies. A copy of the book Night was recorded in 2013 in the collection of the Museo dell’Arte Moderna „Ca Pesaro“ in Venice.

The first time the book in October 2010 at the Galleria Venezia Viva was introduced in Venice. This was followed in 2010 and 2011 further exhibitions among others in the printing workshop of the Künstlerhaus Bethanien in Berlin, in the Library of Reggio Emilia, at the Leipzig Book Fair 2011, at Castello San Vito in San Vito al Tagliamento and 2012 in Gallery Five Senses in Halle and to the Fundacion CIEC in Betanzos, Spain, and 2013 in Buffalo and Washington in the United States.

Participating artists: Please see the German text.

 

The Color-Woodblock prints of the painter Andreas Kramer

The oldest form, to reproduce an image of the woodcut. Concise: A board is cut so that the increases are permanent parts such as tinted with a stamp can be printed on a sheet of paper. Now if you want to print a colored woodcut, wood cut must be as many as you want colors. Then the various plates must be fixed exactly when printing – a complicated technical task. The Asian woodcut art because it has brought to artistic performances. Kramer is doing something completely different.

First, he does not want to reproduce an image as often, but each create a new one. Second, it cuts even in wooden parts, but always prints them in a different color to other locations on the image.

The result rows or cycles of images that are similar in their formal vocabulary, but pass through one sheet at a metamorphosis of colors and shapes. The preferred format is thus the square terrain for the image center to built-in scenarios, which support a truly magical power in it. The three-part structure suggests a kinship with the medieval small table altars. In the center of the main event (the Holy?) To both sides of the narrative environment. Expressive gesture color, alternating with delicately lyrical and meditative tableaus structures. Rituals seem molded, reduced physicality taken into consideration. Signs and signals enrich the concise language.

The leaves will not get any single title (which Kramer in the painting is doing very well). We are dealing with highly abstracted image operations that preserve their effect of the weighting of form and color. And quite simply is „Composizione“ along with a number for the title. No literary Anschubser So for our imagination who can help us with the decryption. It could almost be described as the woodcuts „Concrete Images“ – however far removed from any constructivist coolness. On the contrary.

The playfulness with finely carved annoying set pieces, the delicate color choice and the picturesque approach to the succession taking place from the unusual printing processes make this work.

The carefully layered colors in her translucent game reminiscent of „old“ painting (by gesture ago), thus contributing a wealth of information equally touch the soul and mind and lead to a harmonious coexistence of art and the viewer. Jo Achim Wenke

 

The opening was on Friday the 16th August 2013.

 

Eberhard Hartwig, studio head                             A. Kramer, painter / graphic artist and curator

 

Picture in front: A. Kramer, New Bethanische 27 leaves, woodcut, 20 x 20 cm

.                        The Night Book, 2010, fanfold artists book of 110 artists from 8 countries, single page 20 x 20 cm, total length 67 m

 

E. Hartwig und A. Kramer bei Nachtbuch-AuffaltungNachtbuch auffalten und betrachtenNachtbuch-Auffaltung und Nacht-Bücher-ExponateDas Nachtbuch, Leporello-SchlangeDas Nachtbuch vor den HäusernNachtbuch-Auffaltung und interessierte PassantenFarbholzschnitte von A. Kramer und AusstellungsbesucherBesucher bei der Nachtbuch-BetrachtungNacht-Bücher von 12 KünstlerInnen und ein Farbholzschnitt von A. KramerDas Nachtbuch vorm Blei und Nacht-Bücher von 6 KünstlerInnenFarbholzschnitte von A. KramerIm Schaufenster links, Farbholzschnitt von A. Kramer

 


 

Notizen zu Lidl

 

 

Radierungen, Holzdrucke und Monotypien

von Eberhard Hartwig

13. April – 18. Juni 2013

75. Ausstellung

 

 

Wann schreiben wir noch per Hand? Wo können wir die – verkümmernde – Hand-Schrift bewundern, in ihrer persönlichen Note, Eigentümlichkeit, Ausrichtung? Auf Notiz- und Einkaufszetteln sowie flüchtig hingeschmierten kleinsten Botschaften – dem Empfänger schamvoll oder erwartungsvoll in die Hand gedrückt. Nach Zweckerfüllung werden sie achtlos weggeworfen.

Diese Zettelchen, geknüllt und darübergelaufen, von mir seit 2010 gefunden, per Vernis mou-Technik in die Platte übertragen, dabei bestimmte Elemente betonend, und gedruckt, lassen uns eintauchen in ein Stückchen Welt des/r unbekannten SchreiberIn, in deren Gedanken, Bedürfnisse oder Empfindungen. Voyeurhaft ist dies nicht, wenn wir uns an dem ästhetischen Schrift-Bild, den Spuren auf dem haptisch-sinnlichen Papier erfreuen – damit machen wir uns die Bedeutung von Bildern aus Hand-Schrift wieder bewusst.

Zur Eröffnung am 13. April 2013 spielte Anja Dolak auf dem Akkordeon Tango, Musette und Klezmer.

 

 

E. Hartwig bei der EröffnungsredeAnja Dolak, AkkordeonEröffnungsgästeAnja Dolak musiziertVernis mou-RadierungenHolzdrucke, 1999, und Radierungen, 2013


 

Am Freitag, den 03. Mai 2013, um 19.30 Uhr

Lesung

Zetteleien

unveröffentlichte Texte und Gedichte

von Brunhild Hauschild, Lyrikerin.

Stepan Gantralyan, Schauspieler, Regisseur & Liedermacher, spielte Improvisationen am Hang.

Brunhild Hauschild liestStepan Gantralyan spielt HangLesungs-Besucher



 

 

Radierungen von M. Augustinski und E. Bresien

16. Februar – 19. März 2013

Zwei Maler-Graphiker aus Berlin-Friedrichshagen präsentieren hier ausschließlich ihre Radierungen in unterschiedlicher stilistischer Ausdrucksweise.

Michael Augustinski, geboren 1946 in Berlin und mit einigen Preisen ausgezeichnet, arbeitet expressiv/gestisch in seinem Thema, dem der Figuren – überwiegend junge Frauen – auf Straßen der großen Städte, in Spielsalons und Nachtcafes, überschlagend sich im Zirkus und mit Tieren, an Stränden und Waldrändern. Seine Kunst ist kein helles, taubenhaftes Arkadien, es ist kräftig und voller Intensität. Sein Strich ist energiegeladen, abstrahierend, voll von zeichnerischer Beherrschung. Er bewältigt mühelos auch die zum Teil großen Formate seiner Radierungen, welche er auch selbst druckt.

Egon Bresien, geboren 1932 in Stettin, speist das ganz Eigene aus dem in Jahrzehnten gewachsenen Erfahrungsfundus. Das Zeichnen, so sieht man es klar auf seinen Blättern, ist eines der Ur-Instrumente, die Welt zu erfragen und das eigene Bild von ihr zur Anschauung zu bringen. Seine Werke sind still, verdichtet mit Addition, Verschränkungen und Überlagerungen, aus denen Raum entsteht, und wie chiffriert in ihren Aussagen. Metaphern eingewoben in Landschaft, Portrait, Stillleben und Figur. Alles filigran verwebt zu dem ästhetischen, imaginären „Mehr“, das hinter seiner Kunst steckt.

Zwei Meister ihres Metiers lassen blicken in ihr umfangreiches druckgraphisches Werk.

Anläßlich der Ausstellung wird M. Augustinskis Radierung „Ein guter Stern“ als Vorzugsgraphik angeboten.

M, Augustinski, Café mit Billard, 1989, Farbradierung M. Augustinski, o.T., 2012, Heliogravur, 24 x 18 cmE. Bresien, M, Vernis mou, 2012, 24 x 18 cm

 

 

 

Eröffnungsbesucher wärend der MusikEgon Bresien zwischen GästenJule Rosner am E-PianoM. Augustinski´s Radierungen überm Bleisatz

 

am 08. März 2013, 19.30 Uhr, fand eine Lesung unter dem Titel

Winterland

Gedichte aus Künstlerbüchern mit Egon Bresien und unveröffentlichte Texte

von Konstantin Kilger statt.
Rico Haring spielte Improvisationen am Klavier.

Während der Lesung von Konstantin Kilger, 08.03.2013Nach der Lesung: Blues zum Abschluß von K. Kilger und Rico Haring, 08.03.2013M. Augustinski und K. Kilger, 08.03.2013Radierungen von Egon Bresien