Menschenbilder

 

 

Menschenbilder

Holz- und Linolschnitte

von Caroline Pinger und Henriette von Bodecker

09. September bis 17. Oktober 2017

Eröffnung: Sonnabend, 09. September 2017, 17–20 Uhr

Konzert: Gina Pietsch, Gesang, und Christine Reumschüssel, Keyboard, präsentierten Songs von Tucholsky/Eisler, Brecht/Eisler/Weill/Matthus, B. Henning und H. H. Winkel

 

Holz- und Linolschnitte, die sich mit den Mit-Menschen in unterschiedlichsten Situationen bis hin zu porträthaften Darstellungen auseinandersetzen, in Gegenüberstellung von den zwei bekannten Künstlerinnen Caroline Pinger und Henriette von Bodecker, präsentiert die 101. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers.

Vielen ist Caroline Pinger, geboren in New Jersey/USA, als Zeichnerin und Holzschneiderin bekannt. Sie studierte 1956 bis 1960 Kunst in Salt Lake City und New York, zog 1962 nach Berlin-West, wo sie seitdem auf Wochenmärkten, Demonstrationen, in Lokalen und Straßen zeichnet. Seit 1961 sind ihre Arbeiten in Ausstellungen zu sehen. Ihre Holzschnitte kommen aus den schnellen Skizzen unterwegs: Momentaufnahmen und fortschreitende Bewegungen werden in schwingenden Linien des Zeichenstifts auf Papier aus der mitgeführten Tasche festgehalten. Diese leichten, dynamischen Striche werden zu wuchtigen Holzschnitten. Das erfordert Kraft und Geschick. Ebenso die Bändigung und Umwandlung der raschen Skizzen in ausdrucksvolle Formen mit großen Flächen durch bildnerische Energie.

Die 1977 in Berlin geborene Graphikerin und Illustratorin Henriette von Bodecker studierte von 1996 – 2001 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) llustration (bei Prof. Volker Pfüller) und Grafikdesign. 2003 – 2004 war sie Gastdozentin für Grafikdesign und Illustration am Eastern International Art College in Zhengzhou, VR China. Seit 2002 freischaffend in Berlin tätig, sind ihre Arbeiten in Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz zu sehen gewesen. Unter anderem auf ausgedehnten Reisen seit 1995, meist nach Asien, zuletzt Korea, hält sie ihre Eindrücke graphisch fest. Mittels Probedrucken und nachfolgender Überarbeitung entstehen spannungsvolle schwarz-weiße Schnitte in durchdachten wirkungsvollen Kompositionen mit angeschnittenen Formen und expressiven Perspektiven. Hierin fand sie zu einer eigenen Ausdrucksweise voller Poesie und Emotionalität.

 

 

Menschenbilder / people images

Wood- and Lino Cuts

by

Caroline Pinger and Henriette von Bodecker

09. September – 17. October 2017

Opening: Saturday, 09 September 2017, 17-20 o‘clock

Concert: Gina Pietsch, vocals and Christine Reumschüssel, keyboard, presented songs by Tucholsky/Eisler, Brecht/Eisler/Weill/Matthus, B. Henning and H. H. Winkel

 

The 101st exhibition of the Druckgraphik-Atelier (print graphic studio) is presented wood and lino cuts by the two well-known artists, Caroline Pinger and Henriette von Bodecker, who are dealing with the fellow people in various situations and portraying representations.

Many are Caroline Pinger, born in New Jersey / USA, known as a draftsman and wood cutter. She studied art in Salt Lake City and New York from 1956 to 1960, moved to Berlin-West in 1962, where she has since drawn on weekly markets, demonstrations, in bars / restaurants and streets. Since 1961 their works have been shown in exhibitions. Her woodcuts come from the fast sketches on the road: Snapshots and progressive movements are recorded in vibrating lines of the pencil on paper from the carried pocket. These light, dynamic strokes become massive woodcuts. This requires strength and skill. Likewise the taming and transformation of the rapid sketches in expressive forms with large surfaces through pictorial energy.

Born in Berlin in 1977 graphic artist and illustrator Henriette von Bodecker studied from 1996 – 2001 at the Academy of Graphic Arts and Leipzig (HGB) Illustration (at Prof. Volker Pfüller) and graphic design. 2003 – 2004 she was guest lecturer for graphic design and illustration at the Eastern International Art College in Zhengzhou, PR China. Since 2002 working freelance in Berlin, her works have been shown in exhibitions in Germany and Switzerland. Among other things, on extended journeys since 1995, mostly to Asia, most recently Korea, she holds her impressions graphically. By proofs and subsequent revision created exciting black and white cuts in thought-effective compositions with cut shapes, truncated forms and expressive perspectives. In this she found her own expression of poetry and emotionality.

 

    

    

    

    


 

Heiß und Kalt

 

 

Heiß und Kalt

Radierungen

von Tina Flau und Eberhard Hartwig

17. Juni – 18. Juli 2017

Eröffnung: Sonnabend, 17. Juni 2017, 17 – 20 Uhr

Rede: Reinhard Griebner, Kulturwissenschaftler/Journalist & Autor

Musik: Hinrich Beermann, Saxophon

Finissage/Künstlergespräch: Mittwoch, 12. Juli 2017, 19.00 Uhr

 

Die 100. Ausstellung im Druckgraphik-Atelier präsentiert Kaltnadelradierungen in Gestalt markanter Linien und Flächen in Gegenüberstellung geätzter Tiefe – Reduktion pur: Zurücknahme durch Weglassen anstelle von Überfrachtung.

Tina Flau, geboren 1962 in Scharnebeck, studierte nach einer Lehre im ökologischen Landbau, 1981-88 Agrarwirtschaft und im Anschluß daran bis 1991 Malerei/Grafik an der Kunsthochschule Alfter bei Bonn sowie 1994-99 Malerei/Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Tina Flau´s Arbeiten sind durch immerwährendes Forschen und Hinterfragen gekennzeichnet von formaler Prägnanz und Verdichtung bis hin zum Zeichen. Alltägliches wie Häuser, Sofas oder Pflanzen werden verdichtet beim Eingraben mit der Kaltnadel zu Codes unserer Umwelt.

„Die Langsamkeit des Arbeitsprozesses an diesen Strich für Strich in die Platte geritzten Bildern ist wesentlich für ihren Ausdruck verantwortlich. Es gibt keine beiläufigen Striche, keine zufälligen Linien oder Flecke. Alles ist entschieden, unbedingt formuliert. Entsprechend besitzt der Druck kontraststarke grafische Linien und Flächen, farbige Tiefen und eine Leidenschaft, deren Intensität ihresgleichen sucht. … Tina Flau nutzt die Suggestionskraft des Begriffes „Welten“, seine Fähigkeit, etwas Weites, Komplexes und im Augenblick noch Verborgenes hinter einem Bild anzukündigen.“ (Mathias Lindner, Kunstwissenschaftler, Direktor Neue Sächsische Galerie Chemnitz, zur Serie „Welten“, 2004)

 

Eberhard Hartwig, geboren 1957 in Berlin, Ausbildungen und Arbeit als Schriftsetzer sowie Drucker, Graphik bei u.a. W. Leber und in der Kulturakademie, studierte 1995-97 an der Hochschule der Künste Berlin (jetzt UdK) und leitet seit 1990 das Druckgraphik-Atelier.

Eberhard Hartwig´s Arbeiten sind „abbildende Kunst mit mehr oder weniger starken Tendenzen zum Ungegenständlichen, der reale Vorlagen vorausgegangen sind oder Pate gestanden haben … Es sind Bilder, in denen sich gesehene Realität mit eigener Befindlichkeit und kreativer Gestaltungskraft durchdringen, die mit ihren aufgebrochenen, zergliedernden Elementen den Charakter ursprünglicher Chiffren erhalten. … Dazu kommt das Prinzip der Reihung, das es in vielen seiner Bilder gibt, die sich in ihrer Abstraktion der Gegenstandslosigkeit nähern. … Diese Bilder … zeichnen sich durch eine Dichte und Tiefe aus, die der Künstler durch wiederholte Überlagerungen, durch in sich verwobene Strukturen und die Verschränkung der Räume erreicht. Offene Formen verzaubern fest Gefügtes.“ (Volkhard Böhm, Kunstwissenschaftler, 2011)

Zur Eröffnung der 100. Ausstellung sprach Reinhard Griebner eine Würdigung, Brunhild Hauschild rezitierte ihr ebensolches Gedicht. Hinrich Beermann musizierte nach Radierungen von Eberhard Hartwig, dieser radierte zur Musik und H. Beermann blies sein Saxophon dann wieder nach den Zeichen in der Platte, die anschließend angedruckt wurde. Für einen Besucherbeitrag bitte Link betätigen und für Fotos bitte scrollen!

Beim Künstlergespräch am Mittwoch, 12. Juli 2017, 19.00 Uhr, zeigte u.a. Tina Flau einige ihrer begeisternden Künstlerbücher.

 

Hot and Cold

Etchings

by Tina Flau and Eberhard Hartwig

17 June – 18 July 2017

Opening: Saturday, 17 June 2017, 17-20 o‘clock

Speech: Reinhard Griebner, Cultural Scientist / Journalist & Author

Music: Hinrich Beermann, saxophone

Finissage/Artist talk: Wednesday, July 12, 2017, 7 pm

 

The 100th exhibition at the Druckgraphik-Atelier (print graphic studio) presents cold needle etchings in the shape of prominent lines and surfaces in the opposite position of etched depth – reduction pure: retraction by omitting instead of overloading.

 

Tina Flau, born in Scharnebeck in 1962, after an apprenticeship in organic farming, studied agriculture in 1981-1988, followed by painting / graphics at the Alfter-Bonn art college until 1991, and 1994-99 painting / graphic art at the Dresden Academy of Fine Arts.

Tina Flau’s works are characterized by constant research and inquiry, from formal conciseness and compaction to the sign. Everyday such as houses, sofas or plants are condensed when burrowing with the cold needle to codes of our environment.

„The slowness of the work process to this line for line in the plate sculpted images is essentially responsible for their expression. There are no casual strokes, no random lines or spots. Everything is decided, absolutely formulated. Correspondingly, the print has contrasting graphic lines and surfaces, colorful depths and a passion whose intensity is unrivaled. … Tina Flau uses the suggestive power of the term „worlds“, his ability to announce something far, complex and, at the moment, still hidden behind a picture „(Mathias Lindner, art scientist, director of the Neue Sächsische Galerie Chemnitz, 2004)

 

Eberhard Hartwig, born in Berlin in 1957, education and work as a type setter and printer, graphic art among others on W. Leber and at the Cultur Akademy, studied at the Berlin University of the Arts in 1995-97, and has headed the print-graphic studio since 1990.

Eberhard Hartwig’s works are “ depicting art with more or less strong tendencies to the non-figurative, the real templates have preceded or have stood godfather … They are pictures, in which reality seen penetrate with own feeling and creative design force, that to receive with their broken up, dissecting elements the character of original initially chiffres. … In addition, the principle of series duplication, which can be found in many of his pictures, the approach in their abstraction to the non-figurativity. … These images … are characterized by a density and depth, which the artist achieves through repeated overlays, through in itself interwoven structures and the entanglement of the spaces. Open forms enchant fixed builted.“ (Volkhard Böhm, art scientist, 2011)

Reinhard Griebner spoke at the opening of the 100th exhibition an appreciation, Brunhild Hauschild recited her poem as the same. Hinrich Beermann played music by Etchings by Eberhard Hartwig, this etched with a cold needle to the music and H. Beermann blew his saxophone again after the signs in the plate, which was subsequently printed. For a visitor contribution please click on the link.

During the artist talks on Wednesday, July 12, 2017, 7 pm, showed, among others Tina Flau some of her inspiring artist’s books.

 

     

     

       

            


 

Wege im Holz

 

 

Wege im Holz

Holzschnitte

von

Carsten Gille und Matthias Schroller

22. April 2017 – 30. Mai 2017

Eröffnung: Sonnabend, 22.04.2017, 17–20 Uhr,

Es sprach: Volker Henze – hier die Rede

Musik: Konstantin Popow, akustische Gitarre

 

Malerisch-expressive Farbholzschnitte aus der „verlorenen Form“ überwiegend von Hand gedruckt von Carsten Gille in einem spannenden Gegenüber zu den gebauten farbigen und schwarz-weißen Holzschnitt-Formen von Matthias Schroller präsentiert die 99. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers.

Carsten Gille, geboren 1959 in Berlin, studierte in Dresden 1979–1981 Germanistik und Kunsterziehung, brach dann ab, um sich ausschließlich der freien Kunst zu widmen und bildete sich als Autodidakt weiter durch intensive Konsultationen bei den Berliner Malern Harald Metzkes, Dieter Goltzsche, Lothar Böhme sowie Hans Vent. Diese „Berliner Schule“ orientierte sich an der „reinen Ästhetik“ der Cezanne´schen Bildauffassung. Dies verband Gille, seit 1982 auf einem Gehöft im erzgebirgischen Frauenstein sowie in Berlin lebend und arbeitend, mit der nachimpressionistischen Maltradition der Dresdner Schule zu einer eigenen Ausdrucksweise.

Carsten Gilles Malerei und Graphik – auch die hier gezeigte gedruckte – sind Visionen vom Leben, Modulationen farbiger Töne fast unabhängig vom Sujet des Bildes. Ob Garten oder Landschaft bzw. Szenen des Alltags, seine Arbeiten entfalten ihre Poesie und ihre Emotionalität aus dem Hell-Dunkel und der Farbe. Sie sind Lyrik in Tönen. Seine Holzschnitte sind fast ausschließlich mit der verlorenen Form erarbeitet, der Prozeß des Druckablaufes hat bei ihm eher etwas Experimentelles, da er auf jede neue gedruckte Farbe neu reagiert und daher auch vorher nicht weiß, wie viele Farben er drucken wird. Auch ist die meist kleine Auflage nicht total homogen, es gibt Farbabweichungen, so das eigentlich jeder Druck Unikatcharakter hat.

Matthias Schroller, geboren 1963 in Gardelegen/Altmark, absolvierte in den achtziger Jahren ein Pädagogik-studium Kunsterziehung und Deutsch an der Universität Greifswald. Mit einem Forschungsstipendium studierte er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Malerei bei Dieter Goltzsche. Anschließend war er zwei Jahre bis 1993 mit einem Gastlehrauftrag in der Kunsterzieherausbildung in Greifswald tätig, betreute die dortige Druckwerkstatt und gab Kurse für Malerei und Radierung. 1994–1999 studierte er Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Max Uhlig, bis 2001 war er Meisterschüler bei diesem. Seitdem ist er, lebend in Dresden, freiberuflich als Maler, Grafiker und in der Denkmalpflege tätig.

Matthias Schroller´s überwiegend linienbasierte Holzschnitte zeigen seine Technik das Hell-Dunkel zu steuern sowie Flächen zu beleben und erinnern dadurch zuweilen an Schnitte früherer Jahrhunderte. Sein Weg führte ihn über, von den japanischen Meistern angeregte, gedämpfte Farbholzschnitte und Varianten des Hell-Dunkel-Schnittes im Clair-Obscur-Verfahren zur Balance des reinen Schwarz-Weiß; neuere Arbeiten von ihm verknüpfen diese Verfahren. Seine Schnitte entwickelt er überwiegend auf der Platte anhand weniger gezeichneter Linien, die die ungefähre Richtung vorgeben. In seinen Graphiken flattert das Licht auf dem geschwärztem Grund und führt zu Erinnerungen an Formen unseres Umfeldes: ein magisches Gewebe.

 

 

Ways in the wood

Woodcutting

by Carsten Gille and Matthias Schroller

22 April 2017 – 30 May 2017

Opening: Saturday, 22 April 2017, 17–20 o‘clock

Speech: Volker Henze

Music: Konstantin Popow, acoustic guitar

 

Picturesque expressive color woodcuts from the „lost form“ predominantly hand-printed by Carsten Gille in an exciting contrast to the built colored and black and white woodcut forms by Matthias Schroller presents the 99th exhibition of the Druckgraphik-Atelier (printing graphics studio).

Carsten Gille, born in Berlin in 1959, studied German and art education in Dresden in 1979-1981 and then broke off to devote himself exclusively to free art. He had education further as an autodidact through intensive consultations with the Berlin painters Harald Metzkes, Dieter Goltzsche, Lothar Böhme and Hans Vent. This „Berlin school“ was based on the „pure aesthetics“ of the Cezanne picture conception. Gille, since 1982 who had been living and working on a homestead in the Erzgebirge Frauenstein as well as in Berlin, combined this with the post-Impressionist painting tradition of the Dresden school to his own expression.

Carsten Gilles painting and graphics – also the printed ones shown here – are visions of life, modulations of colored tones almost independent of the subject of the picture. Whether garden or landscape or scenes of everyday life, his works unfold their poetry and their emotionality from light-darkness and color. They are lyric in tones. His woodcuts are almost exclusively developed with the lost form, the process of the printing process is somewhat experimental, because he reacts to every new printed color and therefore does not know beforehand how many colors will be printed. Also the mostly small edition is not totally homogeneous, there are color deviations, so that actually every print has unique character.

Matthias Schroller, born in Gardelegen/Altmark in 1963, completed a pedagogy studies art education and German in the 1980s at the University of Greifswald. With a research fellowship he studied at the Art college/Kunsthochschule Berlin-Weißensee painting at Dieter Goltzsche. Afterwards, he worked for two years until 1993 as a guest lecturer in the art teacher education in Greifswald, where he supervised the printing workshop there and gave courses for painting and etching. From 1994-1999 he studied painting at the Dresden University of Fine Arts at Max Uhlig, until 2001 he was a masterclass at this. Since then, living in Dresden, he has been working as a freelance painter, graphic artist and in the preservation of monuments.

Matthias Schroller’s predominantly line-based woodcuts show his technique the light-dark to steer as well as to vivify areas, and thereby sometimes reminiscent of wood engravings of earlier centuries.

His path led him, via, stimulated by the Japanese masters, muted color woodcuts and variants of the light-dark cut in the Clair-Obscur method, to the balance of the pure black and white; recent work of him linking these procedures. He develops his cuts mostly on the plate using less drawn lines, which indicate the approximate direction. In his graphics the light flapping on the blackened ground and leads to memories of forms of our surroundings: a magical texture.

 

 

                  


 

Aus dem druckgraphischen Werk

 

 

Aus dem druckgraphischen Werk

Lithographien und Radierungen

von

Gerhard Rommel (1934-2014)

11. Februar – 04. April 2017    –    in Vereinbarung bis 08.04. zu sehen!

Ausstellungseröffnung: Sonnabend, 11. Februar 2017, 17-20 Uhr

Rede: Dr. Peter Michel, Kunsthistoriker

 

Mit Lithographien und Radierungen von Gerhard Rommel präsentiert die 98. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers im 3. Todesjahr – mit der Eröffnung einen Tag nach seinem Geburtstag: er wäre 83 Jahre alt geworden – eine kleine Druckgraphik-Werkauswahl des am 10.02.1934 in Schalkau/Thüringen geborenen Künstlers. Der 1848-1951 an der Fachhochschule für Spielzeug und Keramik in Sonneberg ausgebildete Keramikmodelleur beendete 1958 sein Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee bei Heinrich Drake und Theo Balden. Von 1963-1965 war er Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste Berlin bei Fritz Cremer.

Seit 1962 waren Rommel´s Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland zu sehen und er erhielt mehrere Preise für sein Werk. Er lebte und arbeitete zuletzt bei Gransee.

Gerhard Rommel ist bekannt als Bildhauer – viele Skulpturen befinden sich im öffentlichen Raum -, Medailleur, Münzgestalter und Maler. Es entstanden u.a. etwa 100 Malerbildnisse. Wie sein Mentor an der Akademie der Künste, Fritz Cremer, war auch er Graphiker.

Sein dauerhaftes Ringen um die dreidimensionale Form zum Wesenhaften, zu sinnbildlicher Verallgemeinerung und Harmonie zu bringen, findet sich auch in seinen Druckgraphiken, Zeichnungen und Aquarellen. „Es kommt aus seiner Gesamtperson: ein lustbetonter Drang nach plastischer Formung, ein solides Handwerk, ein von ursprünglicher Freundlichkeit und Liebe geprägtes Menschenbild, die Energie des Ausdrucks, die Einheit von Schlichtem und Tiefgründigem, eine unstillbare Produktivität, Lebensbejahung und das Beherrschen der Spannungen von Proportionen und Volumen. … Am deutlichsten spürt man das in seinem Bauernkriegszyklus von 1975, der aus 10 Lithographien besteht … Eines dieser Lithos – »Bauer und Fürst« – ist durch Verzicht auf einen Hintergrund so auf den Punkt gebracht, dass man meint, ein direktes Vorbild für ein Hochrelief oder eine Medaillen-Vorderseite zu entdecken. Der ganze Zyklus atmet dieses Streben nach knapper, eindeutiger Darstellung … Zyklen zum Bauernkrieg gab es in der Kunstgeschichte öfter. Wer denkt da nicht an die Bildhauerin, Zeichnerin und Graphikerin Käthe Kollwitz? Doch Gerhard Rommel findet hier seine ganz eigene, klare Sprache, die in der Tradition eines Max Lingner, Bert Heller oder Hans Baltzer steht …“ (zitiert nach Dr. Peter Michel, Katalog zur Ausstellung)

 

 

Out the printed graphic work

Lithographs and Etchings

by

Gerhard Rommel (1934-2014)

11 February – 4 April 2017

Opening: Saturday, 11 February 2017, 17-20 o‘clock

Speech:  Dr. Peter Michel, art historian

With lithographs and etchings by Gerhard Rommel presents the 98th exhibition of the printing graphics studio in the third year of his death – with the opening one day after his birthday: he would have become 83 years old – a small print graphics selection of the works of the on 10.02.1934 at Schalkau/Thuringia born artist. The ceramic sculptor, trained at the University of Applied Sciences for toys and ceramics at Sonneberg from 1848-1951, finished his studies at the Academy of Fine Arts and Applied Arts at Berlin-Weißensee by Heinrich Drake and Theo Balden in 1958. From 1963-1965 he was a Masters alumni at the German Academy of the Arts Berlin by Fritz Cremer.

Since 1962, Rommel‘s work has featured numerous solo and exhibition engagements at Germany and abroad, and he has received several prizes for his work. He lived and worked most recently at Gransee.

Gerhard Rommel is known as a sculptor – many sculptures are in public space -, medalist, coin designer and painter. It arosed among other things, about 100 painter portraits. Like his mentor at the Academy of Arts, Fritz Cremer, he was also a graphic artist.

His permanent struggle to bring the three-dimensional form to an essential, to a symbolic generalization and harmony is also found in his print graphics, drawings and watercolors. „It comes from his whole person: a lusty urge to sculpture, a solid craft, a human image marked by original kindness and love, the energy of expression, the unity of simplicity and profundity, an insatiable productivity, life affirmation and the mastery of tensions Proportions and volume. … One of these lithos – „peasant and prince“ – has been brought to the point by a renouncement of a background so to the point that one thinks a direct A model for a high-relief or a medal front. The whole cycle breathes this quest for a concise, clear representation … Cycles to the peasant war have existed more often in art history. Who does not think of the sculptress, draftsman and graphic artist Käthe Kollwitz? But Gerhard Rommel finds here his very own, clear language, which is in the tradition of a Max Lingner, Bert Heller or Hans Baltzer …“ (cited by Dr. Peter Michel, catalog of the exhibition)