Vita Ingrid Goltzsche-Schwarz

 

Ingrid Goltzsche-Schwarz

16.06.1936     geboren in Berlin-Adlershof in der Oppenstr. 61a (heute Otto-Franke-Straße) als mittleres von drei Geschwistern (Schwester Helga, geb. 1935; .                      Bruder Klaus 1942-1989); Vater (1904-1951) war Hochfrequenzingenieur, Mutter (1911-1992) Sänge­rin und gelernte Blumenbinderin

1942              Einschulung in die Volksschule Radickestraße in Berlin-Adlershof

.                     mit acht Jahren gestaltete sie während der Evakuierungszeit für den zweijährigen Bruder ein Kinderbuch in Bildern und Versen

seit 1951        Unterricht im Porträtzeichnen bei Eberhard Tacke, Berlin

1951-54         Lehre als Chemigraph, abgebrochen, da sie von den Chemikalien schwer erkrankte und daraufhin für zwei Jahre berentet wurde

1957               mit zwanzig Jahren Auszug aus dem Elternhaus, zunächst Zimmer zur Untermiete in der Zinsgutstraße, lebte und arbeitete dann in Berlin- .                      Köpenick und in Friedrichs­hagen (zuletzt Scharnweberstraße 92/93)

ab 1957          Verlagsbuchhändlerin bei Rudolf Koven im Akademie-Verlag in der Werbe- und Rezensionsabteilung

seit 1960        zeichnete und malte sie in Köpenick in dem von Dieter Goltzsche geleiteten Zirkel für bildnerisches Volksschaffen

1961-70         Ehe mit Dieter Goltzsche, gemeinsame Wohnung in Köpenick, Kietz 29

ab 1961          tätig in der Universum-Bücherei in Köpenick, Grünstraße

seit 1962        regelmäßige künstlerische Arbeit mit Charlotte E. Pauly und Dieter Goltzsche

ab 1966          Fernstudium an  der Deutschen  Buchhändler-Lehranstalt in  Leipzig  mit Facharbeiterabschluß als Buchhändlerin

1968-1973     Geschäftsleiterin der Universum-Bücherei Köpenick seit 1973 freischaffend

1974-1976      während der Badesaison von Mai bis September als 1. Sortimenterin und Antiqua­riatsbuchhändlerin in Ahrenshoop/Darß in der „Bunten Stube“   .                      bei Fritz Wegscheider tätig. Dort ließ sie sich von der eigenwilligen Darßlandschaft inspirieren, die ihr zum Sujet für viele ihrer künstlerischen .                      Arbeiten in verschiedenen Techniken wurde.

seit 1976        Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR, ihr Mentor war Hans Vent

1976-78         Förderstipendium des Magistrats von Berlin

ab 1974          Einzelausstellungen und Beteiligung an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland (Ahrenshoop/Darß, Berlin, Rostock, Dresden, Jena,    .                      Senftenberg, Neubrandenburg, Magdeburg, Eberswalde, Schwerin, Stuttgart, Bremen, Warschau, Moskau, Paris, Schwetzingen)

ab 1974          Teilnahme an internationalen Plenairs und Studienreisen (1977 Masuren/Polen – Malerei, 1983 Banska Bystrica/Slowakei – Hochdruck-    .                      symposium, 1984 Bozenci/ Bulgarien – Malerei, 1987 Dresden – Internationale Grafikerwerkstatt u.a.)

seit 1976        intensive Hinwendung zum Farblinolschnitt, dessen Technik sie bald beherrschte und perfektionierte. Zwischen 1982 und 1988 verstärkte .                     Hinwendung zu Buchillustrationen der aktuellen Gegenwarts- und Weltliteratur

1983              erhielt sie den 2. Preis bei dem Wettbewerb „100 Grafiken für den Frieden“ der „Galerie am Prater“, Berlin

1983/84         Farblinolschnitte zu Marja Leena Mikkola „Amalia die Bärin“, das auf der Leipziger Buchmesse 1984 als „Schönstes Buch des Jahres“              .                     ausgezeichnet wurde

1985              erhielt sie den 1. Preis bei dem Wettbewerb „100 ausgewählte Grafiken für den   Frieden“ der „Galerie am Prater“, Berlin,                    .                     für fünf Grafiken zu fünf Gedichten von Marianne Schefter

1987/88         vertreten auf der X. Kunstausstellung der DDR, Dresden, mit dem Farblinolschnitt „Arkadien am Müggelsee“ 1986

1989              erhielt sie einen Preis bei dem Wettbewerb im Rahmen der Reihe „100 ausgewählte Grafiken“ vom VEB Kombinat für Mikroelektronik Erfurt   .                     für den Farblinolschnitt „Das kleine Ich und das große Es“ 1988/89

Studienreisen nach Bulgarien, in die Masuren/Polen, nach Rumänien, Ungarn, in die CSSR und UdSSR (Litauen und Mittelasien) und in die BRD

Werke der Künstlerin befinden sich u.a. im Besitz folgender Sammlungen: Kupferstichkabinett Berlin, Staatliche Museen Schwerin, Kunsthalle Rostock, Schloßmuseum Senftenberg, Museum Cottbus, Goethe-Schiller-Sammlungen Weimar, Deutsche Bücherei Leipzig sowie in Privatbesitz im In- und Ausland

Januar 1992   Ausbruch der Krebserkrankunq

30.07.1992     verstarb die Künstlerin mit 56 Jahren in Berlin

 

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

1974              „Kulturbundgalerie“, Magdeburg

1976             „Zu den sieben Raben“, Berlin-Köpenick (über Kulturbund der DDR)

1977             Bezirkskunstausstellung des VBK-DDR, Bezirk Berlin

1978             vertreten in der Ausstellung „Werkstatt 78″ im Otto-Nagel-Haus, Berlin

1979             „Galerie im Stadthaus“, Jena, gemeinsam mit Ulli Wittich-Großkurth

.                    Schloßmuseum Senftenberg

.                    „Schul-Galerie“ der Polytechnischen Oberschule „Bernhard Koenen“ in Gleina

seit 1979        mehrfach vertreten in der regelmäßig stattfindenden Ausstellung „Farbgrafik der DDR“, Schwerin

1980/81/82/84/86/88   regelmäßig vertreten in der Ausstellung „100 ausgewählte Grafiken der DDR“

1981              „Bunte Stube“, Ahrenshoop/Darß, in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett, Berlin

1983              „Galerie am Prater“, Berlin, mit M. Augustinski, G. Blendinger, J. Böttcher, W. Förster, D. Goltzsche, Kircher, W. Leber, H. Metzkes,                         .                      K. Roenspieß, H. Schimansky, E. Vent, H. Vent, H. Tucholski

1984              „Galerie Mitte“, Berlin
1986              „Galerie am Prater“, Berlin

1987/88        Teilnahme an der X. Kunstausstellung der DDR, Dresden

1989              vertreten in der Ausstellung „Handzeichnungen der DDR“, Leipzig

.                    „Galerie im Kreiskulturhaus Peter Edel“, Berlin, mit C. Borchers und M.Voß

.                    „Galerie im Cranach-Haus“, Weimar

1990             „Galerie Unter den Linden“, Berlin,
.                    „Galerie Helion“, Berlin

1991             „Cöp-Galerie“, Berlin-Köpenick, in Zusammenarbeit mit dem Kulturbund e. V.
.                    „Zweitakt: Ost und West gemeinsam“, Ausstellungszentrum am Fernsehturm, Berlin
.                    Ausstellung in der Galerie im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt in Bernau

.                    Ausstellung „Mensch und Landschaft“, Zentral-Institut f. Molekularbiologie Berlin-Buch

.                     vertreten in der Buchausstellung „Künstlerbücher – Mainz, Paderborn, Erfurt, Chemnitz“ in Berlin, Fasanenstr. 12

.                     „Galerie Zone F“, Berlin, zusammen mit L. Bischof, R. Schack, E. Vent, Ch. Warten­berg

.                     „Galerie im AWO-Frauenladen“, Berlin-Wedding

.                     „Kunstausstellung Kühl“, Dresden, zusammen mit M. Hofmann

.                     „3. Internationale Triennale der Grafik“, Lublin

.                      „Galerie Alter Markt 1″, Berlin-Köpenick, 1. Ausstellung von 24 Köpenicker Malern, Grafikern und Plastikern unter dem Titel „KunstHaltung“

 

Gedächtnisausstellungen

1992             „Galerie Inselstraße 13″, Berlin, zusammen mit C. Wahl und R. Fleck

1993             „Kulturforum in der Villa Oppenheim – Im Kabinett“, zusammen mit C. Ehbets, außerdem vertreten sind 10 Künstler aus Köpenick

1996             „Kleine Galerie“, Eberswalde, anläßlich ihres 60. Geburtstages

1997             „Erinnerung – Heinrich Harry Louis Deierling, Ingrid Goltzsche-Schwarz und Toni Florence Mau“ in der „Inselgalerie“, Berlin-Mitte

.                    „Hommage à Ingrid Goltzsche-Schwarz – Farblinolschnitte, Aquarelle und Radie­rungen“ im „Haus am Myliusgarten“, Berlin-Friedrichshagen

 

 

Literaturillustrationen in verschiedenen Techniken

                           (Auswahl/Jahresangaben beziehen sich auf das Jahr des Entstehens der Blätter)

1980-82       Theodor Däubler „Tod am Meer“, „Der Wald“, „Klage“

1981             Georg Trakl „In den Nachmittag geflüstert“

1981             Heinrich Mann „Branzilla“

1981/87        Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“

1982             Johannes R. Becher, Gedicht „Böser Traum“

1982             Marja-Leena Mikkola „Weiße Flamme in der Stadt“
1982-85        Marianne Schefter, Gedichte

1982-85        Marja Leena Mikkola „Amalia die Bärin“

1983             Charles Baudelaire „Les fleurs du mal“ („Die Blumen des Bösen“)
1983             Friedrich Schiller „Wallenstein“

1983             Guillaume Apollinaire „Vereinsamt“

1984             Arthur Rimbaud „Der Schläfer im Tal“

1986             Johannes R. Becher, Gedicht „Der Entfernte – Georg Trakl“

1987             Uwe Berger „Woher und wohin“, „Brot und Salz“, „Tauben“

1988             E. T. A. Hoffmann „Phantastische Erzählungen“

1988             Giuseppe Ungaretti „Geburt der Morgenröte“

1989             Jörg Niebelschütz, Gedichte
1989             Martha Weber, Gedichte

o. J.               Ernest Hemingway „Fiesta“

o. J.               Gebrüder Grimm „Der süße Brei“

o. J.               Hugo von Hoffmannsthal „Reiselied“

o. J.               Johann Wolfgang von Goethe „Erlkönig“

o. J.               Johannes Bobrowski „Der Wanderer“